"Leitartikel": Telefonanlagen für zuhause

"Leitartikel": Telefonanlagen für zuhause

Beitragvon telthies » Fr 2. Nov 2012, 00:37

Dieser "Leitartikel" zum Thema soll eine kurze Einordnung geben, die auch unsere Rubrikensystematik begreiflicher macht.

Also: aus der Sicht eines Beraters bei der Beschaffung von TK-Anlagen ist deren "erste" Eigenschaft ihre Größe, d.h. die Zahl der davon gemanagten Anschlüsse für Endgeräte und "Amtsleitungen". Natürlich gibt es auch große technische Verschiedenheiten, aber die Größe ist das erste Schlüsselmerkmal, weil sie nämlich wesentlich über die Vorgehensweise bei der Beschaffung entscheidet.

Privatleute gibt es "flächendeckend" und in großer Zahl. Dementsprechend erreicht man sie am besten über den örtlichen Einzelhandel oder über das Internet. In ihrer Gesamtheit kaufen sie sehr große Stückzahlen, weshalb die Modellwechselzyklen der für sie hergestellten Produkte deutlich hektischer getaktet sind als bei den Produkten für gewerbliche oder gar industrielle Anwender. Wurden erst kürzlich in einem Test die Produkte XY und ABC 1.8 verglichen, können bald schon deren Nachfolger XY-Z und ABC 2.0 im Handel aktuell sein, das macht den Markt schwer überblickbar. Umgekehrt konkurrieren innerhalb des selben Herstellers desöfteren ein noch nicht ganz abverkauftes Modell älterer Konzeption und ein sehr ausstattungsähnliches aber noch wenig bekanntes Modell der jüngeren Serie miteinander.

Viele Produkte für den Privatanwender-Markt werben zwar einerseits mit Leistungsmerkmalen der "ganz Großen", sind aber ansonsten nicht mit diesen zu vergleichen: Telefonanlagen für zuhause integrieren oft Funktionen, die im "Business"-Segment kaum gefragt wären. Dabei handelt es sich z.B. um Funktionen aus dem Bereich der Unterhaltungselektronik (Stichworte: Triple Play, Home Entertainment) oder Anschlüsse in anderer Zahl und / oder Ausprägung (Bürogebäude haben üblicherweise keine Gartentörchen, und entsprechend auch keinen Bedarf an einem weiteren Torsprechstellenanschluß dafür).

Kurzum: auch wenn es Hersteller gibt, die gleichzeitig Konsumenten- und Geschäftskunden-Segmente mit Produkten bedienen, verlaufen zumindest deren Vertriebskanäle separat voneinander. Dazu kommt (und das ist aus Sicht eines Beschaffungsratgebers gewichtiger), daß sich die Verhandlungskulturen unterscheiden: wo Geschäftskunden-Produkte projektindividuell kalkuliert werden, haben Privatkunden-Produkte schlicht Listenpreise. Den jeweiligen Effektivpreis ermittelt man hier auch nicht über Ausschreibungen, sondern schlicht über Preisvergleiche, sei es anhand der Werbebeilagen der örtlichen Händler oder über Preissuchmaschinen im Internet.

Während es für Geschäftskunden-Produkte teilweise Eigenvertriebe der Hersteller gibt, wird im Privatkundengeschäft generell kein Direktgeschäft mit dem Endkunden gemacht. Hier sind örtliche (Fach)händler gefragt, die dafür häufig eine Auswahl aus mehreren oder gar allen marktrelevanten Herstellerpaletten bieten. In der Flächendeckung recht gut an die Kundschaft angepaßt, sind hier zwei wichtige Marktteilnehmer der große Anschlußanbieter Telekom und seine Mitbewerber, sowohl teils mit Ladengeschäften, als auch mit online angebotenen Produkten.

Daher sind ein häufiger Gegenstand unserer Betrachtungen (hier wie bereits zuvor im Telefonanlagenforum) die Fritz!Boxen und ihre diversen Derivate, sowie die Telefonanlagen der Telekom-Produktfamilien "Concept" und "Eumex", die im übrigen von verschiedenen Herstellern stammen und daher oft außer ihrem "Familiennamen" nichts miteinander gemein haben.

In besonderem Maße typisch für Telefonanlagen für zuhause ist auch der hier besonders starke und häufige Wunsch, erstens mit dem Wechsel der Anlage als "Schaltzentrale" möglichst viele Endgeräte nicht mit austauschen zu müssen und zweitens neue Endgeräte zwecks beliebiger Wahl der Bezugsquelle mit handelsüblichen Standardschnittstellen (vulgo: Anschlüssen) zu verwenden. Die bei Telefonanlagen für den geschäftlichen Einsatz geschätzten modellspezifischen sogenannten "Systemtelefone" sind daher in diesen Marktsegment recht unpopulär.
telthies
 
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