Anschluss-Aenderung nach Gutsherrenart ?

Anschluss-Aenderung nach Gutsherrenart ?

Beitragvon telthies » Mi 27. Mai 2015, 17:30

In jüngster Zeit geht ein Ruck durch Deutschland - allerdings ein ganz anderer als seinerzeit von Roman Herzog gemeint:

Anbieter von Telefonanschlüssen schicken ihren Bestandskunden in geradezu pandemieartigem Ausmaß Angstbriefe. Gerafft zusammengefaßt geht es darin darum, daß ihr derzeitiger Anschluß - aktuell betrifft dies speziell Anschlüsse mit ISDN & DSL - in naher Zukunft Geschichte sei und man dann telefonisch quasi auf dem Trockenen säße. Außer freilich, man unterschreibe für den Wechsel in die neue Zeit.

Viele Kunden denken, wenn sie nicht überraschend hinterrücks von den fliegenden Kugelschreibern der Drückerkolonnen getroffen werden wollten, bliebe ihnen nur die "Wahl", den "Hinrichtungstermin" ihres bisherigen Anschlusses selbst herbeiführen zu müssen. Aber muß man sich das wirklich aus der Hand nehmen lassen, wann man in neue Telefonapparate bzw. -anlagen investieren muß ?

Oder löst sich dieses Problem wirklich durch die Allesnichtsoschlimm-Boxen, die man mit dem neuen Anschluß zugesandt bekommen soll ?

Leider nein, aber jetzt kommt die gute Nachricht: das ist nur ein Mißverständnis. Die Anschlußanbieter wollen garkeine Angst verbreiten - sie haben nur eine etwas ungewöhnliche Art, um eine Nachhilfestunde in Vertragsrecht zu bitten.

Der nachstehende Musterbrief gibt ein Beispiel, wie man Ihnen daß Vertrag mit "Vertragen" zu tun hat, in Erinnerung ruft. Er steht hier bewußt nicht als .PDF, sondern als bearbeitbarer Text bereit, falls ihn jemand verwenden möchte, wenn er in die mißliche Lage kommt.
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Anschluss-Aenderung nach Gutsherrenart ? - der Musterbrief

Beitragvon telthies » Mi 27. Mai 2015, 17:42

[Name und Adresse selbst]


[Name und
Anschrift des Anschlußanbieters]


[Datumvonheute]
Kundennummer [ebendieseKundennummer]: Ihr Begehren einer Änderungskündigung,
hier: meine/unsere Einverständniserklärung unter nachstehenden Bedingungen


Sehr geehrte Damen und Herren ! (sofern das auslösende Schreiben keine/n kokrete/n Verantwortliche/n erkennen ließ)

Mit Ihrem Schreiben [Ihr Zeichen] vom [DatumvonderenSchreiben] teilen Sie mir/uns mit, daß Sie sich in absehbarer Zeit aus technisch-betrieblichen Gründen außer Stande sehen, unser zur vorstehenden Kundennummer bestehendes Vertragsverhältnis über den/die Anschluß / Anschlüsse mit der/den Rufnummer(n) [Rufnummern nennen] unverändert fortzuführen.

Für Ihre technisch-betrieblichen Belange zeige(n) ich/wir gerne Verständnis und nehme(n) Ihr Begehren einer Änderungskündigung unter den nachstehenden Bedingungen an:

(1) Nachteilsvermeidung
Sie anerkennen mit Ihrem bisherigen und künftigen konkludenten Handeln, daß die Initiative zur Änderungskündigung von Ihnen ausgeht. Dementsprechend halten Sie meine/unsere Rechtsstellung bezüglich der Laufzeit und Kündigungsfrist zu dem/den vorbezeichneten Vertragsverhältnis(sen) hiervon unberührt. Ebenso verbinden Sie die Änderung mit keinerlei Entgelten, weder für die tarifliche Änderung noch für in diesem Zusammenhang erfolgende Technikereinsätze.

(2) Gegenstand und Abgeltung der Änderung
Die Änderung hat die gegenständliche Gestalt, daß ich/wir Sie aus der Bereitstellung des Leistungsteiles „[Analog-/ISDN-Telekommunikation]“ entlassen. Im Gegenzug stellen Sie mich/uns für den Rest der Vertragslaufzeit so, als hätte(n) ich/wir mit Ihnen ein ebenso als laufend angenommenes Vertragsverhältnis über den verbleibenden Leistungsteil „DSL“. Soweit Ihnen dies technisch nicht anders möglich ist, darf die Bereitstellung dieses „DSL“ dabei mit einer höheren Geschwindigkeit als bisher erfolgen, ggf. daraus resultierende höhere Entgelte dürfen den kalkulatorisch bisher auf diesen Leistungsteil entfallenden Entgeltanteil dann nur um maximal 25% überschreiten.

(3) Reibungslosigkeit des Überganges
Die oben genannten bisher von mir/uns mit dem Leistungsteil „[Analog-/ISDN-Telekommunikation]“ genutzte(n) Rufnummer(n) bleiben unverändert an mich/uns abgeleitet zugeteilt und werden von Ihnen zur Portierung bereitgehalten. Rufnummern, für die Sie keine Portierungsanforderungen [meines/r unseres/r] neuen Betreiber/s erhalten, gebe(n) ich/wir dabei mit Ablauf von drei Monaten nach dem Tag der Änderung frei. Über den Tag der Änderung haben Sie das Einvernehmen mit mir/uns und dem ersten hierin involvierten meiner/unserer aufnehmenden Betreiber herzustellen. Von Portierungsentgelten stellen Sie und ich/wir einander gegenseitig dabei frei, am Genuß eines eventuellen Einportierungsbonus eines aufnehmenden Betreibers fordern Sie keinerlei Teilhabe.

(4) Annahme dieses bedingten Einverständnisses
Sie können mein/unser unter den hier genannten Bedingungen erteiltes Einverständnis zu der von Ihnen begehrten Änderungskündigung annehmen, wozu Sie uns einen Vorschlag Ihres Wunsch-Zeitfensters für den Vollzug der Änderung mitteilen. In der Vergangenheit vor Ihrer Kenntnis der vorstehenden Bedingungen mitgeteilte Zeitangaben gelten dabei nur soweit Sie diese bestätigen. Gerne können Sie auch dafür optieren, das Vertragsverhältnis unverändert bis zum bisherigen Laufzeitende einschließlich der bisher vereinbarten Verlängerungsbedingungen fortbestehen zu lassen.

Zur Kommunikation über den Inhalt dieses Schreibens erreichen Sie uns jederzeit gerne in der gewohnten Schriftform.

Mit freundlichen Grüßen
[Absender]



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